Landwirtschaftspraktikum Betriebspraktikum Sozialpraktikum

Im Sozialpraktikum gilt es nun für die Elftklässler, sich wirklich mit den Aufgaben des sozialen Lebens auseinander zu setzen. Nun hört und liest man nicht mehr nur von Einsparungen in allen Pflegebereichen, sondern muss selbst zu oft am Tag den Rücken krumm machen, mit den schon schmerzenden Armen nochmal beim Betten eines Kranken helfen oder schon wieder den Mund eines behinderten Menschen abwischen. Wie viele hilfebedürftige Menschen es in der Welt gibt, wird einem erst bewusst, wenn man einmal eine Zeit lang täglich von vielen von ihnen umgeben war. Auch die Komplexität der Fragestellung, wie sich Hilfebedürftigkeit anfühlt, lässt sich erst erahnen, wenn man einmal regelmäßig damit konfrontiert war.

Das Sozial-Praktikum ist sicher das anstrengendste Praktikum, da es nicht nur darum geht zu arbeiten und betriebliche Abläufe kennen zu lernen, sondern man es mit bedürftigen Menschen zu tun hat. Der Tagesablauf gibt einem kaum die Freiheit, sich einmal von dieser Bedürftigkeit zurückzuziehen.

„Ich finde es enorm, wie liebefähig die behinderten Menschen sind. Das ist etwas ganz Besonderes“. So heißt das Fazit von Dorothea nach ihrem Praktikum im Heilpädagogischen Heim. Jonas drückte es so aus: „schon nach wenigen Tagen hat es mir nichts mehr ausgemacht, den behinderten Erwachsenen bei der Morgen- und Abendtoilette zu helfen.“

Oft hört man im Rückblick: „...mir tun die Alten (oder die Behinderten) so leid.“ Dieses Mitleid öffnet den jungen Menschen die Augen für die Welt. Es ist auch ein soziales Gesetz, dass man nur dort helfen kann, wo Hilfe benötigt wird.

Anfangs sah ich der Zeit in diesem Kindergarten sehr skeptisch entgegen. Ich stellte mir die Frage, wie die Kinder den ganzen Tag draußen beschäftigt werden und auch machte ich mir Gedanken wegen des Wetters, wie es wird, bei Nässe und Kälte draußen zu sein. All diese Fragen, die ich mir stellte, lösten sich bald in Luft auf.

Die Kinder hatten gelernt, mit der Natur umzugehen und sich mit ihr zu beschäftigen. Sie konnten auf die alltäglichen Spielsachen eines normalen Kindergartens, wie zum Beispiel Playmobil und so weiter verzichten.

Auch die Kälte war kein großes Problem, es wurden Zwergen-Spiele oder kleine Exkursionen gemacht und so hatten die Kinder nicht nur ihren Spaß, sondern bekamen auch warm. Durch diese Bedingungen lernen die Kinder auch, mit dem Wetter umzugehen und sich anzupassen.

Madita

 

 

Ich habe für mein Praktikum einen Platz im Tafelladen gefunden. Der erste Tag war ein guter Anfang. Ich hatte Spaß und durfte am Ende vom Tag das Übrige vom Laden mitnehmen. Der Tafelladen ist ein Laden für arme Leute und da gab‘s viel zu tun. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel vergammeltes Essen oder so viele Mandarinen auf einmal gesehen. Ich musste im Laden Kunden helfen, während sie einkauften. Außerdem musste ich Obst und Gemüse sortieren. Viele Kunden, die zum Laden kamen, waren unsympathisch, es kamen türkische Frauen, die die ersten im Laden waren und ihre Körbe füllten. Sie missachteten alle Regeln und schienen sehr gierig. Im Vergleich dazu fand ich die russischen Kunden sehr höflich, obwohl ich vor den riesigen Männern Respekt hatte. Es gab natürlich viele nette Kunden.

Immanuel

Meine Erwartungen an das Praktikum waren eher negativ gestimmt, da ich immer gedacht hatte, dass ich mit Kindern nicht umgehen kann. Des Weiteren habe ich den Beruf der Erzieherinnen immer als Frauen-Job gesehen.

Der Sankt-Elisabeth-Kindergarten in Todtmoos ist ein katholischer Kindergarten, in dem Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden. Die Betreuung beginnt morgens um 8:00 Uhr und geht bis 14:00 Uhr, für Kinder, die ein Mittagessen brauchen, gibt es um 12:30 etwas Warmes zu essen. Der Kindergarten hat 56 Kinder und sechs Betreuerinnen. Jede Betreuerin arbeitet in einem Zimmer zu einem bestimmten Thema, zum Beispiel Werken, Basteln, Spielen, zwischen welchen die Kinder frei wählen können.

Robin

Ich arbeitete anfangs in der Schreinerei, wo ich meist dieselbe Arbeit wie die Behinderten machen musste. In den Montageräumen waren die Arbeiten nicht so kompliziert, so dass ich auch Kontrollarbeiten machen konnte. Der Kontakt zu den Behinderten war hier auch größer.

Samuel

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