Einleitung Handarbeit Werkunterricht
Malen und Zeichnen Eurythmie Klang- und Musik

 ... zwei Fähigkeiten, die schon lange vor dem Schulalter vom Kind erübt werden. Im Kindergarten haben wir auf diesem Gebiet nur wahrnehmend-begleitende Aufgaben. Aber das versichere ich; zuschauen undgeschehen lassen, wie und was ein Kind malt, ist für unsere moderne Mentalität unendlich viel schwerer, als beibringen und belehren. In Kindergarten und Unterstufe wird noch eine weitere Technik gepflegt: Das Wasserfarbenmalen. Den Kindern stehen nur die drei Grundfarben Blau, Rot und Gelb zur Verfügung. Daraus lassen sich alle Farben des Farbkreises „zaubern“.

In der Schule gilt es manchmal sogar, mit nur einer Farbe eine bestimmte Stimmung zu malen. Das Kind im ersten Jahrsiebt „malt seine Entwicklung“: beginnend mit parallelen Schwüngen und Kreisen findet das Kind den Kreis und seinen Mittelpunkt, sowie die Kreuzung. Das Kind ist ca. drei Jahre alt und benennt sich selbst mit „ich“.

Nun wird der Kreis wieder nach außen „durchbrochen“: Sonnen und die so genannten Kopffüßler entstehen.

Jetzt, mit vier bis fünf Jahren, findet das Kind zum Bild des Hauses, der Innenraum entsteht, sowie zum Bild des Menschen.

Zunächst noch frei im Raum schwebend findet er doch allmählich die Orientierung im Raum und steht dann Kopf oben, Füße unten fest auf der Erde.

Gegen Ende seiner Kindergartenzeit hat das Kind dann die technischen Fähigkeiten so weit ausgebildet, dass sie ihm zur Verfügung stehen. Jetzt malt es ganze Bilder mit bestimmten Themen, die wunderschön und in allen Details zu erkennen sind.

Der Lehrer kann, wenn das Kind in die Schule kommt, unmittelbar daran anschließen. Nun ist das Kind reif, eine Geschichte in Bildern wiederzugeben, seinen Strich bewusst zu führen, das Formenzeichnen und das Schreiben lernend zu ergreifen. Im Formenzeichnen werden anfangs Gerade und Krumme als Urelemente von Zeichnung und Schrift in allen Variationen gemalt und malend entdeckt. Es folgen daraus entstehende, immer komplizierter werdende Urformen, sozusagen bis zur Erschöpfung.

In der zweiten Klasse werden die Formen gespiegelt, anfangs einfachere, später kompliziertere.

In der dritten und vierten Klasse folgen Flechtmuster, die sich in Aufbau und Komplexität allmählich steigern.

In der fünften Klasse mündet das Formenzeichnen dann in der „Freihandgeometrie“. Hierbei werden die Grundregeln und – begriffe noch ohne Zirkel und Lineal, ganz konzentriert auf die eigenen Fähigkeiten, gezeichnet.

Die sechste Klasse lernt dann den sicheren Umgang mit Zirkel und Lineal. Im Bildnerischen Gestalten kommt etwas ganz neues, der Verzicht auf die Farbe. Verschiedene Schwarz-Weiß-Techniken werden erlernt.

In der Oberstufe stehen sich das genaue und originalgetreue Abzeichnen und individuell künstlerisch-freies bildnerisches Gestalten gegenüber.

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